HemolysisElevatedLiverLowPlatelet-Syndrom
DEFINITION
Akronym für hemolysis, elevated liver
enzymes, low platelet count
Variante der Präeklampsie mit
Hämolyse,
erhöhten Transaminasen und niedriger Thrombozytenzahl
INZIDENZ
1 auf 150-300 Geburten ab der 34. SSW - 1 auf 1500 Geburten ab der 29. SSW - 1 auf ca. 15000 Geburten vor der 21. SSW
KLINIK
Schwangerschaft im 3. Trimenon, Abdominalschmerzen,
Erbrechen, rasch auftretender Ikterus, Hypertonie. Manifestation meist bei
jüngeren Erstgebärenden im Schnitt in der 34sten SSW, selten auch erst in den
ersten sechs Wochenbettstagen.
Verlauf: Spektrum zwischen subklinischer Verbrauchskoagulopathie und
Dekompensation des Gerinnungssystems mit Multiorganversagen, manchmal
fluktuierend.
KOMPLIKATIONEN
MÜTTERLICHE KOMPLIKATIONEN
zerebrale Blutungen, Niereninsuffizienz, Lungenödem und in ca. 1,5% Leberruptur.
In etwa 20% können die laborchemischen Parameter zwar vorhanden sein, aber die
Präeklampsiesymptome (Hypertonie und Proteinurie) fehlen. Klinisch herrschen oft
Oberbauchschmerz, manchmal Überkeit und Erbrechen vor.
KINDLICHE KOMPLIKATION
Bei einem kleinen Teil der Kinder von Frauen mit HELLP-Syndrom besteht eine
angeborene mitochondriale Fettsäureoxitationsstörung. Ursache ist ein Defekt der
Longchain 3-Hydroxy-Acyl-CoA-Dehydrogenase (LCHAD). Bei allen Kindern von
Müttern mit HELLP-Syndrom sollten daher die Acylcarnitine quantitativ untersucht
werden. Therapiert werden die Kinder mit ausreichender Kalorienzufuhr und
mittelkettigen Triglyceriden.
DIFFERENTIALDIAGNOSEN
LABORBEFUNDE
THERAPIE
Der Schwangerschaftsabbruch führt zur Rückbildung
des HELLP-Syndroms. Das HELLP-Syndrom läßt sich postpartal mit Kortikosteroiden
bessern, was jedoch wegen des guten Spontanverlaufs selten nötig ist. Eine
Plasmapherese scheint keinen Vorteil zu bringen.
Medikamentös: RR-Senkung (z.B. mit Hydralazin), Eklampsievermeidung
(Magnesiumsulfat).
Individuelle Entscheidung ob sofortige Schwangerschaftsbeendigung oder Zuwarten
(in der Erwartung einer Besserung des HELLP-Syndroms und damit der Chance einer
weiteren Reifung des Feten, wobei man durch Kortikosteroide die Lungenreifung
fördern kann)
PROGNOSE
Mortalität der Mutter beträgt ca. 3%, die perinatale Mortalität des Kindes ca. 25%. Rezidiv bei folgenden Schwangerschaften selten
LITERATUR
Rath W. Dt Ärztebl 1998; 95: A-2997-3002; Trefz FK,
Korall K. Dt Ärztebl 1999; 96:C-1008 - C-1010 (Heft 21)
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